Weshalb Kinder Führung brauchen

 

Eltern sind nicht die besten Freunde ihrer Kinder.
Freunde sind austauschbar, Eltern nicht.
Freundschaft basiert auf Augenhöhe, Erziehung nicht.
Kinder brauchen Erwachsene, die mehr Überblick haben, mehr Erfahrung, mehr
innere Stabilität. Diese Unterschiede sind der Kern von Erziehung.

Kinder kommen ohne innere Ordnung auf die Welt.
Sie wissen nicht, was wichtig ist, was gefährlich ist,
was man aushalten kann und was nicht.
Diese Ordnung entsteht nicht von selbst.
Sie entsteht durch Führung. Führung heisst nicht Härte, Strafe oder Lieblosigkeit.
Führung heisst, Entscheidungen zu treffen, auch wenn das Kind protestiert.
Führung heisst, Grenzen zu setzen und sie einzuhalten.
Führung heisst, dem Kind etwas zuzumuten, weil man ihm zutraut, daran zu
wachsen.

Wenn Eltern versuchen, beliebt zu sein, entsteht Unsicherheit.
Kinder spüren sehr genau, ob Erwachsene wissen, was sie tun. Fehlt diese Klarheit,
übernehmen Kinder unbewusst Verantwortung, die ihnen nicht zusteht.
Sie werden vorsichtig, überangepasst oder fordernd.
Nach aussen wirkt das oft wie Selbstbewusstsein, innen fehlt jedoch Halt.

Viele Erwachsene, die heute orientierungslos, entscheidungsschwach oder
überfordert sind, hatten keine zu schwache, sondern keine klare Erziehung.
Ihnen wurde vieles erlaubt, aber wenig erklärt.
Sie durften viel, mussten wenig aushalten und lernten nie, dass Frust, Langeweile
und Widerstand zum Leben gehören.
Später fehlen genau diese Fähigkeiten im Alltag, im Beruf und in Beziehungen.

Eltern müssen nicht perfekt sein. Sie müssen verlässlich sein.
Wer gelernt hat, sich an Regeln zu orientieren, kann sich später auch selbst führen.
Wer erlebt hat, dass ein Erwachsener ruhig bleibt, wenn es schwierig wird, kann
diese Ruhe irgendwann selbst entwickeln.

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